Brief im Juli

Kirschpflaumen (Prunus cersifera) & Kindheitserinnerungen

Liebe Alle

Als Kind, so kann ich mich erinnern, gab es jeden Sommer bei meiner Grosstante “Kirschpflaumen”. In Kroatien nennt man diese Frucht “Amula”. Im Garten meiner Grosstante standen mehrere “Amula-Bäume” und von uns Kindern wurden diese Früchte gepflückt, gegessen und Kirschsteine gespuckt. Meine Schwester, meine Cousinen und ich konnten davon nicht genug bekommen. Manchmal soviel davon gegessen, dass wir alle Kinder  den “Hosenscheisser” bekamen und natürlich auch Bauchkrämpfe. Kein Mass, gell.

Für mich gab es nichts schöneres als Barfuss den Bäumen hoch zu klettern, die Kirschpflaumen zu essen und in den Baumkronen die Kvarnerbucht zu bestaunen. Natürlich  sind wir Kids oft heruntergefallen. So, und nach jedem Sturz begann natürlich das “Zeter und Mordio” mit “Drama à la Croatia”. Alle Tantis und Omis und Mamis herbeigerannt, grosses Durcheinander reden, noch ein klapps auf dem “Füüdli” mit zugleich vielen Küssen, Umarmungen und übertriebene Sorge. Dann hiess es “Genug für heute mit den Amulas. Zuerst den Scheisser, dann die Krämpfe und danach noch ein Beinbruch”.

Das waren für mich so richtige Sommerferien. Barfuss, zerkratze Knien, Meer, Amula, der Duft von den Pinienbäumen, der magische Garten und die Sommerküche meiner Grosstante. Kindheitserinnerungen pur!

Letztes Jahr habe ich Kirschpflaumenbäume hier bei uns in Werdenberg entdeckt. Stehen tun sie ja schon lange hier, die Bäume, nur ich habe sie nicht richtig wahr genommen. Es wachsen in Hülle & Fülle diese süsssaure Früchte und niemand pflückt sie, ausser die Vögel haben ihre grosse Freude daran. Den ganzen Sommer über kannst du an Uferböschungen wilde Kirschpflaumen finden. Im Mai schmecken sie knackig sauer und im August reif und herrlich süss. 

Die Kirschpflaume, auch Myrobalane und früher auch lateinisch Prunus myrobalana genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse. Kirschpflaumen werden fälschlicherweise oft für Mirabellen gehalten. Sichere Unterscheidungsmerkmale sind bei der Kirschpflaume der sich nicht von selbst vom Fruchtfleisch lösende Kern sowie häufig ein säuerlicher Geschmack des Fruchtfleischs im Bereich um den Kern herum.

Durch meine liebe Kräuterfreundin, eine begnadete Fermentista, durfte ich etwas neues dazulernen. Nämlich das fermentieren von den Kirschpflaumen das sich in Japan “Umeboshi” nennt. Umeboshi ist sehr gesund und hilft dabei, die Verdauung zu unterstützen. Die Umeboshi haben in Japan einen ähnlichen Ruf wie der Apfel bei uns in Europa, von dem der Volksmund sagt, dass eine Frucht am Tag den Arzt fernhalte.

Laut einem Fachbericht enthalten Umeboshi, wie Äpfel übrigens auch, Polyphenol; ein sekundärer Pflanzenstoff. Dies hilft z.B. bei Diabetes, reguliert den Blutdruck und soll Ablagerungen in den Arterien verhindern. Hinzu ein super Mittelchen bei Verdauungsstörungen. Und wie es so ist; das fermentieren hat mich gepackt. Die Kirschpflaumen sind nun im Prozess und Umeboshi ist am entstehen. Danke liebe Kräuterfreundin für dein Wissen!

Das Rezept siehst du auf meiner Website. Da wird genau erklärt wie man Umeboshi herstellt. Kirschpflaumen gibt es in Hülle und Fülle…”muesch nur gnau gugge”.

Der Sommer ist so richtig da und für mich hat er dieses Jahr wunderschöne Erinnerungen zurückgebracht. Welche sind deine Sommererinnerungen? 

Ich wünsche euch eine wunderschöne Sommerzeit, geniesst eure Auszeit und erholt euch alle gut!

Alles Liebe
Eure Lilly

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