Meine Heilreise in Indien – 29. & 30. Tag

Mein letzter Blogeintrag von meiner Heilreise

Indien begann für mich
zwischen den Jahren,
dort, wo Kalender ihre Schärfe verlieren.

Der 28. Dezember 2025 war kein Anfang.
Es war ein Hineinfallen.
In Farben.
In Stimmen.
In Gerüche, Hitze und etwas,
das ich erst später Heilung nannte.

Ein Land, das nicht fragt,
wonach ich suche.
Ein Land, das zeigt,
was ich übersehe.
Und was ich lange übersehen habe:
meinen Körper,
meine Müdigkeit,
mich
als Frau,
als Mensch.

Fünf Wochen Indien.
Ich lernte langsamer zu schauen,
nicht weil Indien langsam wäre –
nein.
Sondern weil mein Blick sonst zerriss.

Kühe auf der Strasse
wie selbstverständliche Gedanken.
Hupen als Sprache:
Ich hupe, also bin ich.
Staub, der sich erinnert.

Und dieses Gefühl:
gleichzeitig fremd
und
seltsam richtig.

Die Tage in der Ayurveda-Klinik
hatten keine Kanten.
Morgen floss in Mittag,
Mittag in Abend,
Abend in Gespräche,
in Müdigkeit,
in Schreiben,
in Lachen
und Weinen.

Manche Menschen blieben mit Namen.
Andere nur als Blick,
als Geste,
als Wärme.
Beides war gleich wahr.

Indien erklärte mir nichts.
Es widersprach mir.
Meinen Bildern.
Meinem Wunsch nach Ordnung.
Meinem Drang, alles zu verstehen.

Und genau dort lag die Einladung:
nicht zu begreifen,
sondern
da zu sein.

Bald werde ich gehen.
Und doch bleibt etwas hier.
Und etwas kommt mit mir.
So ist es immer mit diesem Land.

Ein Geschenk habe ich erhalten:
eine andere Geduld.
Ein weicheres Wissen.
Die Ruhe,
dass nicht alles gewusst werden muss.

Ein Geschenk,
mich wieder anzunehmen,
wie ich bin.
Weil so, wie ich bin,
genug ist.

Indien ist kein Ort.
Es ist ein Zustand.

Und jedes Mal,
wenn ich dieses Land verlasse,
staune ich,
wie gestärkt ich zurückkehre.

Eines weiß ich sicher:
Ich werde wiederkommen.
Ganz bestimmt.

Namaste!

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