Zwischen Haut und Erde
Wie schön ist es, wenn ich barfuss laufen kann.
Ein neues Gefühl setzt sich in mir nieder, ganz leise.
Ich spüre den Boden,
und meine Füsse werden geschmeidig.
Durch das Barfusslaufen finde ich zurück zu mir selbst.
Ich gehe durch das Haus
und fühle den kühlen Boden unter meinen Füssen.
Alles wirkt leichter.
Luftig bewege ich mich in meinem Sommerkleid,
wie in einem Film,
wenn man durch Gänge huscht,
und ein sanfter Wind durch offene Räume zieht.
Mein Kleid schmiegt sich an meinen Körper,
und für einen Moment bleibe ich stehen
und betrachte meine schönen Füsse.
Sie tragen mich schon ein Leben lang.
Wie oft vergesse ich,
diesen wunderbaren Füssen zu danken.
Tag für Tag werden sie in Schuhe eingeschlossen,
im Winter in dicke Socken gehüllt.
Und manchmal, wenn ich mich müde hinlege,
schaue ich sie nur noch kurz an
und lasse sie ruhen.
Dabei haben meine Füsse so viel zu sagen.
Wenn sie schmerzen,
schmerzen auch meine Beine.
Sind meine Füsse steif,
wird mein ganzer Körper steif.
Durch meine Füsse ziehen so viele Geschichten,
so viele Verbindungen.
Und drückt ein Punkt auf meiner Fusssohle,
drückt es auch irgendwo in mir.
Ist es das Herz?
Der Magen?
Die Leber?
Und vielleicht magst du jetzt
auch einmal auf deine Füsse achten.
Sei sanft zu ihnen.
Sie sind ein stilles, treues Werkzeug deines Körpers.
Läufst du so wunderschön barfuss durchs Leben,
kannst du dein Leben ebenfalls
so wunderschön gestalten.