Jetzt sind schon über drei Wochen vergangen, seit ich aus Indien nach Hause zurückgekehrt bin. Zwei Wochen brauchte ich, um wirklich zu begreifen, dass ich wieder in einem Land bin, in dem es kalt ist, Schnee liegt und die Tage noch kurz sind – auch wenn der Frühling schon leise anklopft.
Es ist nun Zeit, dass auch ich langsam wieder aus meinem Schneckenhaus krieche. Ich freue mich darauf, wenn die Sonne länger scheint und der Frühling vor der Tür steht. Und ganz untätig war ich auch nicht. Fleissig und still im Hintergrund: schreiben, beobachten, Upcycling gestalten, das Büro ausmisten, draussen sitzen und einfach sein.
Ob mir denn langweilig sei, wurde ich gefragt. Meine kurze Antwort: „Nö.“
Ich bin immer noch auf meinem Kurs. Ich halte meine Disziplin, stehe früh auf, mache meine Qi-Gong-Übungen und freue mich riesig darauf, bald wieder draussen im Garten üben zu können. Und neben all dem beobachte ich weiterhin das Leben – und habe ganz nebenbei festgestellt, dass sich doch einiges verändert hat.
Zum Beispiel: Seit über zwei Monaten höre ich kein Radio mehr. Ich lese keine Zeitung und verfolge nicht bewusst, was auf der Welt geschieht. „Das sei ein bisschen ignorant“, wurde mir gesagt. Ich finde nicht. Wir sind heute so verbunden und verwoben mit www., Facebook, Instagram, TikTok und all dem anderen „Gugus“, dass ich ohnehin mitbekomme, was geschieht.
Was ich aber bemerkt habe: Es geht mir richtig gut damit, keine Medien mehr aufzunehmen. Meine Gedanken sind ruhiger geworden. Am Morgen beschäftigt mich nicht mehr, was die Trompete in Amerika wieder für einen „Zapf“ rauslässt oder was Politik und andere Machenschaften gerade tun. Genug ist genug.
Also habe ich weiter recherchiert und mich gefragt, wie ich mich noch mehr aus meiner Komfortzone bewegen kann. Hier ein paar Gedanken dazu:
– Wusstest du, dass du, wenn du jeden Tag 15 Seiten eines wunderschönen Buches liest, ungefähr 25 Bücher im Jahr schaffst?
– Wusstest du, dass eine Stunde früher aufstehen pro Tag ganze 365 Stunden im Jahr für deine Ziele bedeutet?
– Und wusstest du, dass, wenn du jemandem von Herzen etwas schenkst, der es wirklich braucht, vielleicht gerade ein Gebet dieses Menschen erhört wurde – und du Teil dieser Antwort bist?
Es sind so viele Kleinigkeiten, die sich verändern, wenn man bewusst bei sich bleibt und etwas für sich tut. Du hast keine Angst mehr vor der Stille. Du verarbeitest Dinge in dir. Du reagierst nicht mehr über. Du bewahrst deinen Frieden, statt Recht haben zu müssen. Du bist gern auch mal allein unterwegs – und kannst „Nein“ sagen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Und während draussen langsam der Frühling erwacht, spüre ich, wie auch in mir etwas ganz still neu zu blühen beginnt. Ohne Eile. Ohne Druck. Einfach so. 🌱
Ganz nebenbei ist während dieser stillen Zeit etwas Schönes entstanden: Meine Kurse sind nun auf meiner Website aufgeschaltet. Die neue Saison beginnt am 19. April im Gässlihus in Grabs – und ich freue mich, wenn wir dort gemeinsam üben und die Stille draussen erleben können.
Wann hast du dir das letzte Mal erlaubt, einfach still zu werden — ohne etwas zu müssen, ohne etwas zu wollen?
Es grüsst euch herzlich,
Lilly